Im Interesse Ihres Hundes

Liebe Hundehalter, liebe Hundefreunde

Selbstverständlich bleibt es jedem Einzelnen selbst überlassen ob er sich von den Qualitäten und Arbeitsweisen eines Hundetrainers erst einmal überzeugen möchte, bevor er sich mit seinem Hund in dessen Hände begibt. Wir begrüßen diese Vorgehensweise ausdrücklich. Wir möchten jedoch jeden darauf aufmerksam machen: Bitte achten Sie darauf, dass dort, wo Sie sich einen Trainer und seine Arbeitsweise anschauen, nicht tierschutzwidrig mit den Hunden gearbeitet wird!

Meiner Meinung nach ist es tierschutzwidrig, Hunde grundsätzlich über ein sogenanntes Signalhalsband zu arbeiten, welches nur wenige Millimeter dick ist und Hunden im oberen Halsbereich festsitzend, direkt hinter den Ohren angebracht wird. Beim geringsten Zug, bereitet dieses Signalhalsband erhebliche Schmerzen. Um nun diese Schmerzen zu vermeiden, zeigt der Hund natürlich das vom Menschen gewünschte Verhalten. 
§3 Nr. 5 Tierschutzgesetz


Wir und viele Trainerkollegen unterscheiden zwischen einem Hund mit normalen, entwicklungsbedingten, nur vom Menschen empfundenen „problematischen Verhalten“ und den Hunden mit echten Verhaltensproblemen. Das wohl grösste und mit das gefährlichste Problem ist die offensive, unangemessene Aggression eines Hundes gegen Menschen. Bei der Behebung hierbei geht es prioritär um den Schutz/Selbstschutz des und der Menschen, und sekundär um die Art des Trainings mit dem Hund. Die Bandbreite der Trainings- und Therapiemöglichkeiten ist so gross, dass für entsprechendes entwicklungsbedingtem Problemverhalten, genügend tierschutzgerechte Methoden angewandt werden können. Das setzt allerdings ein gewisses Mass an Wissen der einzelnen Trainer voraus!

Ganz gleich, wo und bei wem Sie sich letztlich Unterstützung und Hilfe bei der Erziehung Ihres Hundes holen, seien Sie kritisch und hinterfragen Sie die Ausbildung und die Arbeitsweise des Trainers. Geben Sie, Ihnen und Ihrem Hund zuliebe, niemals den „Erziehungszügel“ aus der Hand und lassen Dritte, während Ihrer Abwesenheit, Ihre Aufgaben mit und an Ihrem Hund übernehmen. Egal welch Loblied Ihnen dieser Dritte über seine Arbeit mit Hunden auch erzählt. Sie sind nicht dabei und erleben nicht wie Ihr Hund  in Ihrer Abwesenheit tatsächlich gehändelt wird. Wir wissen es, weil wir uns als verantwortungsbewusste Trainer, neben vielen anderen Methoden, auch mit den Arbeitsmethoden anderer Hundetrainer auseinander setzen müssen. Speziell jene, die mit schnellen Lösungen werben, haben von dem Wesen Hund nach meiner Erfahrung nur minimal Ahnung und nutzen oft Methoden, die wenig bis nicht tiergerecht, sondern vielmehr über massiven Druck und Meideverhalten gearbeitet werden. Im Ergebnis sehen wir dann gebrochene Hunde, Hunde die ihre eigenen Menschen meiden, die wenig bis kein Vertrauen mehr und jede Offenheit verloren haben.

Liebe Hundehalter, es ist einfach nur faszinierend und bewegend zugleich mit dem Hund eine Gemeinschaft zu bilden, zu kommunizieren und sich gegenseitig zu verstehen. Hunde leben von Natur aus in einer sozialen Gemeinschaft. Einer Gemeinschaft, der er sich zugehörig und in der er sich sicher fühlen kann. Holt sich der Mensch einen Hund ins Haus, geht er eine Lebensgemeinschaft ein und hat die Verantwortung dafür zu tragen.

Sicher und zugehörig kann sich ein Hund aber nur dann fühlen, wenn er vertrauen kann, wenn er als Hund angenommen und verstanden wird. Deshalb muss sich der Mensch mit dem Wesen Hund, der artgerechten Haltung und seiner hündischen Bedürfnisse auseinander setzen. Das heisst, Verantwortung übernehmen, für den Hund im Ganzen und für die Hundeerziehung im speziellen, artgerechte Beschäftigung über gemeinsames Spiel, gemeinsame, artgerecht gestaltete Ausgänge. Möglichkeiten für Artgenossenkontakte schaffen, sowie die Einführung und Gewöhnung an unsere Umwelt. All das sind Ihre Aufgaben. Nicht die, irgendwelcher Dritter:

Natürlich brauchen Sie Zeit, Durchhaltevermögen, Ausdauer und Nerven. Und es wird  zwischen dem heranwachsenden Hund und seiner Menschen nicht immer Harmonie herrschen. Das kann auch gar nicht sein! Können und dürfen wir doch nicht alle hündischen Interessen und "Wünsche" erfüllen.  Aber gerade diese Zeit  des  Zusammenlebens ist es, die letztlich eine  Harmonie im Umgang miteinander und die Bindung zwischen Mensch und Hund wachsen lassen. Tiefes, gegenseitiges Verständniss und grosses Vertrauen zwischen Mensch und Hund, wird mit den Jahren selbstverständlich, denn jeder kennt irgendwann die Gewohnheiten des anderen, man bewegt sich auf einer Welle. Man versteht sich fast stumm. Kleinste Andeutungen genügen um  gewünschtes Verhalten eintreten zu lassen.

Wer wünscht sich das nicht? Auch Sie erreichen diese Harmonie, indem Sie lernen, Ihren Hund zu verstehen, seine Gefühle richtig zu deuten  und seine Bedürfnisse zu achten.

Meiner Meinung nach gibt es nicht die beste Erziehungsmethode.

Die Berufsbezeichnungen wie z.B. Hundetrainer, Hundepsychologe, Hundeflüsterer, Dogwhisperer, Hundecoach sind nicht gesetzlich geschützt. Bis heute gibt es keine verbindlichen Kriterien und Voraussetzungen für die Zulassung. Gesicherte Rückschlüsse auf angewandte Methoden und die Einstellung zum Hund lassen sich über die Bezeichnungen nicht ziehen.
Es darf sich also tatsächlich jeder so nennen, selbst wenn dieser über keinerlei Erfahrung oder Ausbildung verfügt.

Darum mein Appell:

Nutzen Sie, und nicht irgendein Dritter diese Zeit des Heranwachsens  mit all ihren Höhen  und Tiefen, um zusammen zu wachsen und Ihrem Hund ein vertrauensvoller und verlässlicher Sozialpartner zu werden. Hundetrainer sollten und dürfen immer nur eine unterstützende Begleitung auf Ihrem Weg zu einer harmonischen Mensch/Hund Beziehung sein.

Niemals wird Ihnen Ihr Hund „blind“ vertrauen, wenn Sie diese elementaren Grundsätzlichkeiten einem Dritten in die Hand legen.

Seien Sie ein verlässlicher Partner, Ihr Hund wird es Ihnen danken!

Jutta Schmid

 

Jutta Schmid Saarlandstrasse 52 89077 Ulm 0731/9316908 0174/6060740 info@hundezentrum-ulm.com