MAX
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Ein Tatsachenbericht

- darüber, dass es sich lohnen kann zu hinterfragen und nicht sofort aufzugeben! Mit freundlicher Genehmigung der Familie von Max.


Mitte September entschlossen wir uns, einen 3ten Hund zu uns zu nehmen. Max, Mini Bulli, genau 1 Jahr alt. Er brauchte dringend sofort einen neuen Platz, da es scheinbar Probleme mit seinem Herrchen gab. Anfangs hatte er nur versucht beim Laufen in die Fersen seines Herrchens zu zwicken. Es wurde aber immer heftiger und er wollte damit nicht aufhören. Irgendwann bekam er dann 2 Mal Schläge von seinem Herrchen weil alles andere nicht mehr half. Er begann zu schnappen. (All das begann mit seinem 8 Lebensmonat .) Die Züchterin riet zur Unterordnung, die Hundetrainerin zu Übungen. Es ging irgendwann nicht mehr weiter und der Familienrat beschloß, der Hund muß weg bevor was Schlimmeres passiert. Also machten wir uns aus dem Raum Freiburg auf in Richtung Berlin um Max abzuholen. Mein Gott, ein armer Hund der Schläge bekam, dem werden wir ein gutes Zuhause bieten, viel Liebe, Konsequenz und alles wird gut, dachten wir – aber es kam ganz anders !!!
Max zog also bei uns ein. Die ersten 2 Wochen waren toll !! Er war zwar etwas ängstlich, wollte viel alleine sein, beim Spazieren lief er halt mit ( immer mit angelegten Ohren, sich ständig kratzend und permanent schüttelnd), er musste zwischen 10-14 Mal am Tag raus um Unmengen zu pinkeln, aber ein tolles Trio: ein Jack Russel, ein Neufundländer und Max. Ok, die Dämmerung und die Nacht wollte er von Anfang an nicht. Er war dann total schreckhaft, zuckende, ruckartige Bewegungen, alles wurde verbellt und man musste ihn an der Leine hinter sich her ziehen. Er wollte einfach nicht raus. Am Liebsten saß er in der Ecke in der Küche wo er alles im Überblick hatte. Mit hängendem Kopf, schnell zwinkernden Augen und alles Reden und Locken war für ihn eigentlich nicht wichtig. Wenn er nicht in der Küche saß, war er in seinem Körbchen, biß in den Rand und schlief in dieser Position ein. Etwas eigenartig, aber wir waren glücklich.
Ziemlich genau nach 2 Wochen begann das Drama. Er saß in seiner Küchenecke, abends, und wir bewegten uns wie immer. Plötzlich springt er auf, an einem von uns hoch und zwickt in den Oberschenkel. Grundlos, ohne Warnung. Normale Reaktion wäre eine Ohrfeige gewesen, aber da der Hund ja eh schon geschlagen wurde, tut man mal nichts. Und Max?? Fällt in sich zusammen, hockt sich wieder in seine Ecke, zwinkert und zittert. Naja, vielleicht eine Erinnerung an was, das er kannte?? War aber nicht so. Diese Aktionen häuften sich. Anfangs immer nur abends. Ok, vielleicht sieht der Hund schlecht?? Ab zum Augenarzt. Sämtliche Untersuchungen negativ. Max sieht sogar sehr gut. Diagnose : Ja, es gibt halt aggressive Hunde, suchen Sie sich einen guten Trainer. Die Vorfälle häuften sich. Also suchen wir Rat bei der Züchterin : Ja, Max gehört untergeordnet. Die Vorbesitzer haben alles falsch gemacht. Im Notfall sucht euch einen guten Trainer. Füttert ihn nur aus der Hand.
 
Es wurde immer schlimmer. Er ging grundlos auf die anderen Hunde los. Ohne knurren, ohne drohen. Die wollten schlussendlich nichts mehr mit ihm zu tun haben und gingen weg wenn er ihnen zu nahe kam. Also, Hunde getrennt halten. Max immer wieder in seine Box sperren.
Wir Menschen hatten mittlerweile schon rote und blaue Quetschwunden. Also großer Check in der Tierklinik denn unser normaler Haus und Hoftierarzt hatte ja auch keine Idee mehr : Es gibt halt aggressive Hunde, im Notfall muß man ihn halt einschläfern wenn es zu gefährlich wird. Tierklinik : Sämtliche Werte normal, Leukozyten und Monozyten etwas erhöht, aber nicht schlimm. Es gibt halt aggressive Hunde und wenn es nicht besser wird, muß man ihn halt einschläfern, bevor er zu einer Gefahr wird. Mittlerweile waren wir bei täglich 2-3 Angriffen, morgens, mittags, abends… Uhrzeit egal. Manchmal sogar beim An oder Ausziehen des Geschirrs / Halsbandes. Aussage Hundetrainer : Max ist nur ängstlich und noch nicht angekommen. Der braucht nur ein bisschen Zeit…..
Wir waren überzeugt davon, dass er weder bösartig noch aggressiv ist. Für uns war klar, mit Max stimmt was nicht. Mittlerweilen hatten wir uns sogar schon mit den Themen Bulliwut und Wasserkopf auseinandergesetzt.  Also weitersuchen, überall Hilfe suchen wo es nur geht. Ok, nächster Weg nach Frankfurt (Wetzlar) zu einer Verhaltenstierärztin, die sich auf die Schilddrüse spezialisiert hat. Diagnose nach 4 Stunden Beobachtung : Leider nicht die Schilddrüse (es wäre zu einfach gewesen) aber Max hat permanent Schmerzen. Sein ganzes Verhalten deutet darauf hin. In Korbrand beißen, Kopf hoch halten und ständiges Schlucken, schütteln, kratzen. Aber woher der Schmerz kam? Keine Ahnung. Also wieder Klinik. Den ganze Bewegungsapparat röntgen. Toxoplasmose, Borreliose, Leptospirose, Staupe, Anaplasmose. Alles checken. Alles negativ. Und sein Verhalten wurde immer heftiger. Mittlerweile floß Blut aus unseren Armen und Beinen. Aber wir waren noch immer überzeugt davon, dass er nichts dafür kann. Jetzt blieb uns nur noch der Check vom Kopf. Es gab so viele Momente wo ich nicht mehr weiter wusste. Wo ich daran dachte, vielleicht ist es besser ihn gehen zu lassen? Nach jeder Schnapp und Beißaktion fiel der Hund in sich zusammen und war fertig mit der Welt. Und immer wenn ich diese Gedanken hatte, sah ich diese Tierärztin vor mir, die Max ansah und sagte :“ Dieser Hund leidet. Der hat Schmerzen. Der kann nichts dafür. Sein Fehlverhalten ist Schmerzreaktion.“ Ich schaltete sogar eine Tierkommunikatorin ein. Die sagte auch : Max will nicht gehen, er muß beißen auch wenn er es nicht will. Er hat Schmerzen, sagt aber nicht wo.
Also Uniklinik Bern. MRT vom Kopf. Nein, so läuft das nicht. Die wollen zuerst eine totale neurologische Untersuchung. Leber und Gallenwerte. Könnte ja auch noch was anderes sein….. Also fuhren wir 3 Mal nach Bern. Endlich das MRT. Liquorpunktion. Diagnose : Kein Wasserkopf. Aber eine kleine Zyste im Gaumenbereich, die aber sicher nicht für das Verhalten von Max verantwortlich sein kann. Man kann es operieren, muß endoskopieren, aber es gibt halt verhaltensgestörte Hunde. Man empfiehlt einen guten Hundetrainer und wenn alles nichts hilft, muß man sich halt von dem Hund trennen. Wer weiß, was er schon alles erlebt hat…..
Ok, das war es für uns. Wir sind alle Wege gegangen, die man nur gehen kann. Aber das konnte es doch nicht sein. Ich dachte immer an die Worte der Verhaltenstierärztin. Also hab ich mir einige Kopien vom MRT machen lassen und verschickte sie zu sämtlichen Spezialisten der Neurologie. Und siehe da. Nach 1 Woche ein Anruf aus Berlin :  Ein Neurologe, der lange in England war hat unseren Bericht und das MRT angeschaut. Er sagte nur, er kenne das. Es sei ein Kraniopharyngeom,Tornwaldtzyste,Rathkesche Zyste. Es ist meistens gutartig und lässt sich operieren. Ok, ab nach Berlin. Max unters Messer. Der Gaumen wurde 4cm geöffnet und der Tumor wurde herausoperiert. Das ganze ist jetzt 9 Tage her und in all diesen Tagen haben wir einfach nur einen normalen Hund. Er spielt mit den anderen Hunden, pinkelt wie ein normaler Hund, schläft zwischendurch, sitzt manchmal in seiner Küchenecke und beobachtet ganz normal die Geschehnisse um ihn herum. Schläft nachts durch ohne 3 Mal zum pinkeln raus zu müssen. Max ist einfach unser Weihnachtsgeschenk auf 4 Beinen.
Wir möchten damit allen Mut machen, die nicht mehr weiter wissen, denen alle Tierärzte erklären es gibt so was wie Bulliwut. Solange es irgendwie geht, hört nicht auf nach den Gründen für komisches Verhalten zu suchen. Schreckt nicht vor einem MRT zurück. In Berlin kann man es übrigens sehr gut und auch günstig machen lassen. Es gibt da ne super Klinik im Grunewald.

Liebe Hundefreunde, sollte sich die Krankengeschichte Ihres Hundes ähnlich lesen wie die von Max, und brauchen Sie weitere Informationen weil Sie den Verdacht haben dass..., dann melden Sie sich bei mir!
Jutta Schmid Saarlandstrasse 52 89077 Ulm 0731/9316908 0174/6060740 info@hundezentrum-ulm.com